Ein Prosit der Gemütlichkeit – zu Ehren der Queen?

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Während unter den Klängen der Dudelsäcke der Sarg mit der Monarchin durch Londons Prachtstraßen zu schweben schien, war die Meinung in unserem Newsroom einhellig, wie meine Kollegin Patricia Dreyer im Liveblog zur Queen-Beisetzung schrieb: »Das sind die Gänsehautmomente, die der britischen Monarchie bis heute eine Sonderstellung verschaffen.«

Für Menschen wie mich, die aus großer Distanz allem Monarchischem gegenüber ohne Taschentücher durch den Tag kamen, boten Arno Franks Liveblog-Kommentare willkommene Abwechslung zum Schauspiel in Schwarz. An einer Stelle fragte er: »Seit wann produziert Rolls-Royce eigentlich so entsetzlich hässliche Automobile?« Ein Leser, offenbar ein genervter Engländer, forderte wenig später seine fristlose Entlassung.

Was die Briten in diesen Tagen so nostalgisch feiern, ist die Würde und Zurückgenommenheit, mit der Elizabeth II. ihre Rolle ausfüllte. Ihre geräuschlose Art, Politik zu machen, hatte aber auch Schattenseiten. »De mortuis nihil nisi bene, sagt der Bildungsbürger, über Tote erzählt man nichts Schlechtes«, erinnert Nikolaus Blome in seiner heutigen Kolumne. »Aber eines muss man doch loswerden: Die Queen hätte den Brexit verhindern können. Doch sie hat es nicht getan.«

Die Queen habe jene große politische »Kings Speech« verpasst, die ihr Vater gehalten hat, als es auf ganz andere Weise um die Insel ging. Was mag da in ihr überwogen haben, fragt Blome: »Die Sorge, die pro-Brexit-Hälfte des Landes gegen sich aufzubringen? Die Idee, dass eine Monarchin kein profan-politisches Risiko eingehen dürfe? Oder war sie etwa für den Brexit und selbst keine überzeugte Europäerin – aber wollte das nicht öffentlich herzeigen? Die Antworten auf diese Fragen nimmt sie mit ins Grab. Eine schon jetzt historische Persönlichkeit, die sich gleichwohl weigerte, Geschichte zu schreiben: Ich verstehe das bis heute nicht.«

2. Wasser predigen, Bier trinken?

Achteinhalb Stunden lang übertrug die ARD die Beisetzung der Queen live im Fernsehen. Zu Beginn sprach der Kommentator mit getragener Stimme: »Heute steht die Welt still. Oder sie bewegt sich zumindest deutlich langsamer.« Das stimmt natürlich nur so halb. Auf dem Münchner Oktoberfest zum Beispiel drehen sich Riesenrad, Kettenkarussell und Ochsenspieß sicher genauso schnell wie die Tage zuvor. Ich werde mir heute Abend persönlich ein Bild machen können, wenn ich zum ersten Mal nach zweieinhalb Jahren Pandemiepause die Wiesn besuche, und ein Prosit der Gemütlichkeit anstimme – zu Ehren der Queen, von mir aus!

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